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Episode I

Die Wut des Korr

 

Irgendwo nahe Clint City, freitagnachts:

Der Mond stand hoch, sein Schein durchflutete den Nebel den seine Atemluft erzeugte. Kalt war es, und in der Ferne konnte Han die Silhouette der Stadt deutlich erkennen. Sie war riesig, die größte Stadt die er je gesehen hatte. Im Zentrum standen so hohe Gebäude, das man meinen könnte, sie würden die Sterne berühren. Han‘s Blick wanderte himmelwärts. Am Horizont konnte er das Meer schimmern sehen, gen Westen erstreckte sich dagegen eine eintönige Einöde mit allerlei Gestrüpp, das zu einer fädigen Masse in der Dunkelheit verschwamm, in weiterer Ferne sah man ein felsiges Gebirge emporsteigen. Clint City. Hier war er also. Hier hoffte er die Antworten zu finden, die er schon so lange suchte. Laut den Gerüchten, die er im ganzen Land über diese von zich Millionen Einwohnern bevölkerte Stadt gehört hatte, standen seine Chancen nicht schlecht. Den laut denen herrscht hier schon seit Ewigkeiten ein immer schwelender Clankrieg, zwischen diesen Gemäuern. Das war an sich nichts Besonderes. In Han‘s Heimatviertel gab es viele Gangs, die sich hier und da in die Haare kamen, und sogar Tote waren keine Seltenheit dort. Traurig, aber wahr. Nur hier war es anders. Laut seinen Informationen gab es gut drei Dutzend oder mehr Clans und jeder hatte seine eigene Geschichte und auch seine eigenen Fähigkeiten. Und nicht nur das, paranormale Geschehnisse waren ehr die Regel als die Ausnahme, der Grund warum er hier sich hier befand. Irgendetwas stimmte mit ihm nicht und er musste herausfinden was das war. Er atmete erneut aus und ein. Der Atem seiner Lunge verschwand kräuselnd in der kalten Nacht. Dann machte er den ersten Schritt in diese unbekannte Welt.

 

Der Beton war hart unter seinen Füßen, die Straßen schienen verlassen. Verwinkelte Abzweigungen verschwanden hier und da in die Dunkelheit, und Han wusste nicht in welche Richtung er gehen sollte. Er war auf der Hut. Es war zwar still, aber dafür dass Clint City eine riesige Millionen Stadt war, waren die Straßen beunruhigend leer. Mit der Zeit, wurden die Gassen dreckiger, ACAB und andere Graffiti waren an brösligen Wänden zu lesen, umgekippte Tonnen und Mülleimer säumten die Gehwege und es roch nach gammligen Essen und anderen undefinierbaren Kram. „Die Bronx von Clint City, hier bin ich genau richtig gelandet, was?“, murmelte Han zu sich selbst. Als er die Ohren spitzte konnte er plötzlich Geräusche vernehmen, die sich von den üblichen Stadtgeräuschen unterschieden. Er steuerte in die Richtung der Lärmquelle. Irgendjemand spielte extreme Partymusik, die eindeutig schneller war als 650 bpm. Als Han um die Ecke bog, staunte er nicht schlecht. Auf einem zugemüllten Parkplatz tummelten sich zu ohrenbetäubend lauter Musik dutzende extrem grell und bunt gekleidete Jugendliche wie Erwachsene, tanzten wild und laut, tranken, randalierten und grölten. Als Han sich nach rechts wandte, sah er ein ausgesprochen großes Graffiti, das da lautete: „Äria of JUNKZ, ju better run!“ Mal abgesehen von den extremen Rechtschreibfehlern, schien das nicht grade was Gutes zu bedeuten. „Heyaa, was machsten du hier, äh?“ lallte es plötzlich hinter Han, der erschreckt seinen Blick von den massigen, schwarzen DJ hinter den Turntables abwandte.  „Bitte?“ Er drehte sich um. Hinter ihm stand ein schwarzhaariger Junge mit gelbem Hoodie, der torkelnd eine Kiste mit Dosen vor sich herschleppte. „Gehörste zu den JUNKZZZ?“ „Ich? Ähm, nein.“ „Was willste denn hier, du Waschlappen? Verzzieh disch, aber floot, isch muss ne neue Ladung Rett Dragon abgliefern!“ Und mit diesen Worten schubste er sich an Han vorbei. „Warte, wie heisst du?“ Er dreht sich um, schaukelte dabei aber gefährlich. „Isch bin S-Ssentagon. Isch mach de Drinkz hier, verstehste?“ „Äh ja, sag mal weist du-?“ Doch er hatte sich schon wieder abgewendet und steuerte auf die Menge zu, die in tosenden Beifall ausbrach und nach den Dosen griff. Han wendete sich ab, das war nicht seine Welt. Auf seine Füße starrend wollte er wieder abziehen als er plötzlich gegen eine Wand lief und stürzte. „Entschuldigung, Kleiner, war keine Absicht.“ Benommen blickte Han auf. Seit wann entschuldigte sich eine Wand? Es war natürlich keine Wand, sondern er war in seiner Träumerei in einen hünenhaften schwarzen Kerl gerannt, der eine Uniform trug. Ein Polizist? Der Mann half ihm auf. „Pass besser auf wo du hinläufst, das geht sonst nochmal ins Auge.“ Han sah auf seine kräftige Brust. Officer Coby stand dort auf einem Schild nben einem Kaffeefleck. „Verzeihung, Sir, ich war nicht ganz bei der Sache.“ „Du hast doch nichts getrunken oder? Gehörst du zu diesen jämmerlichen JUNKZ?“ „Wie? Nein, nein tu ich nicht, ich bin neu hier in der Stadt.“ „Gut, dann empfehle ich dir, dich jetzt von hier zu verkrümeln, es wird gleich ungemütlich.“ „Wieso?“ „Das geht dich nichts an und jetzt Abmarsch, ich muss mich um diese vermaledeiten Quälgeister kümmern.“ Han rümpfte die Nase. Es gefiel ihm nicht wie ein kleines Kind behandelt zu werden, er war immerhin sechzehn, aber wollte auch nicht gleich am ersten Tag Ärger, also zog er ab, allerdings nur um hinter der nächsten Ecke wieder einzubiegen und Richtung Parkplatz zu marschieren. Ein Drahtzaun trennte ihn von der feiernden Menge und Han suchte Sichtschutz hinter einer der Tonnen. Was nun folgte ließ ihm den Atem stocken.

Der Lärm war so laut gewesen, dass man die Vibrationen im Boden als Erdbeben hätte durchgehen lassen können. Umso erschreckender war es als plötzlich Stille eintrat. Vom einen Moment auf den andern gingen sämtlich Lichter sowie Anlagen auf dem Platz aus. Die Stille und Finsternis war absolut für wenige Sekunden und sogar die tollenden Junkz verstummten für einige überraschte Augenblicke. Dann gingen grelle Scheinwerfer an, tauchten den Platz wieder in Licht und kurzzeitig geblendet staksten die Junkz orientierungslos herum. Dann ertönte eine durch ein Megafon verstärkte Stimme: „Hier spricht die Polizei von Clint City. Aufgrund dauernder Ruhestörung, wiederholter Beschwerden, Vandalismus und Drogenhandel hat die Stadt den Junkz das Eigentumsrecht dieses Viertels und dieses Platzes abgesprochen und fordert die Verbliebenen auf diese Gegend friedlich zu verlassen. Andernfalls sehen wir uns gezwungen härtere Maßnahmen zu ergreifen. Sie haben zwei Minuten diesen Platz zu räumen.“ Die Stimme verstummte kurz, dann erschallte sie ernster und weniger formell: „Wir sind die Sentinels und wir verhandeln nicht, noch werden wir Gnade zeigen. Das ist der einzige Kompromiss zu dem wir bereit sind, geht nach Hause, oder der Knast wird euer neues Heim.“, dann verstummte die Stimme endgültig. Nicht das die Junkz ihn groß hätten ausreden lassen. Schon nach wenigen Worten sind Gegenstände durch die Luft geflogen, wütende Buhrufe wie „Die Straße ist unser zu Hause!“ „Fuck the Police!“ und Schlimmeres erschallten und viele knackten mit den Faustknöcheln.   Eine Minute verging, in dem die Junkz sich nicht von der Stelle rührten und weiter grölten. Dann trat der massige DJ ins Licht, sein Gesicht wutverzehrt, seine Stimme, so laut wie die des Polizisten nur ohne Megafon. „WIR werden nicht klein beigeben! Niemand stellt sich uns in den Weg. Das Polit will uns unterdrücken, aber nicht mit uns! Zeigen wir ihnen welchen Beat unsere Fäuste trommeln!“ Brüllender Beifall der Menge folgte, sowie laute „DJ Korr!“ Rufe.  Als auch die zweite Minute um war, meldete sich der Polizist wieder zu Wort. „Das ist eure letzte Chance-.“, doch er wurde von DJ Korr unterbrochen. „Kommt zu Papa und lernt tanzen, ihr lahmen Sklaven des Systems!“ „Wir haben euch gewarnt.“ Plötzlich ertönten Motorengeräusche und mehrere  Polizeiwagen mit Blaulicht umstellten die Junkz. Polizisten mit Krawallschilden und Schlagstöcken stiegen aus und bildeten einen scheinbar unüberwindlichen Kreis, der immer kleiner wurde. Han konnte Officer Coby erkennen, der einen extrem großen rammbockartigen Schlagstock trug. Han schluckte, das konnte ja lustig werden, denn selbst wenn Coby riesig war, DJ Korr übertraf ihn noch um ein vielfaches. Er stöhnte. Keine Stunde hier und schon eine Massenschlägerei. Dann stutzte Han. Viele der Junkz, aber auch einige der Polizisten wühlten plötzlich in ihren Taschen herum und zogen etwas raus das wie ein Bonbon aussah und schluckten es. Was sollte das? „Gib mir deine Pillz.“, brüllte Korr zu jemanden zu seiner linken, der ihm mit großen Augen eine Tüte reichte, die Korr aufriss und sich den ganzen Inhalt (etwa ein halbes Dutzend dieser Pillz) in den Rachen schob. Daraufhin schien DJ Korr sich aufzublähen, seine massige Gestalt wurde noch muskulöser und mit einem beatboxartigen Geschrei stürmten er, sowie der Rest der Junkz auf die Polizisten.

Es wurde blutig. Schnell gingen die Schwächeren der beiden Gruppen KO zu Boden, wobei man nicht sagen konnte wer die Oberhand gewann. Die Straßenschlacht kochte in der roten Suppe, Schmerzensschreie hallten von den Häuserwänden wieder. Coby knockte mehrere Junkz um als wären sie Baseballs und fegte durch die Reihen, aber als Korr auf eine Polizeiauto zu ging, es am Heck packte und hochhob blieb Han die Luft weg. Das war unmöglich! Schweiß stand dem DJ auf der Stirn, die Türen des Autos dellten ein und mit dieser bestialischen Kraft warf Korr den Wagen auf zwei entsetzte Officer, die sich gerade noch zur Seite rollen konnten, da Korr nicht sehr genau gezielt hatte. Mit einem gewaltigen Rumms, der den Boden erschütterte und Scheiben zum splittern brachte, landete das Auto auf dem Dach und rollte noch einige Meter weiter. Korr war wie in Rage und das nächste Vehikel flog schon durch die Luft, blieb allerdings kurz vor dem Aufprall über dem Boden stehen. Bitte was?! Han sah genauer hin, dann konnte er einen Mann erkennen der offensichtlich unter dem Auto stand und es … aufgefangen hatte? Spielten die „Fangeball“ mit Polizeiwagen?! Han dachte sein Geist spielte ihm einen Streich. Langsam wurde das Auto auf den Boden gesetzt und Han konnte den Kerl erkennen, dem dieses Kunststück gelungen war. Ein Polizist so viel stand fest. Er hatte kurzgeschorenes blondes Haar, war kleiner aber mindestens genauso muskulös wie Korr und trug einen langen Schnauzer der ihm bis übers Kinn hing, wobei sein Mund aber frei blieb. Er schwang ein riesiges Gewehr über seine Schulter. „DJ Korr Cr. Du weißt ich mag es nicht, wenn man meine Autos kaputt machst.“ „Sgt. Copper, du weißt,  ich hasse es wenn man mir den Saft abdreht. Musik ist mein Lebenselixier!“ „Ich habe nichts gegen Musik, solange sie sich an Gesetze hält und ihr euch ihm Rahmen bewegt. Allerdings habt ihr unsere Geduld überstrapaziert, es war doch klar dass es so kommen musste. Ihr seid kriminell. Abschaum, von dessen die Stadt gereinigt werden muss. Und grottig schlecht sind eure Beats obendrein.“ „UNSERE BEATS SIND SCHLECHT?“ Korr war außer sich. Die Kämpfe hörten schlagartig auf und alle wandten sich gebannt zu den beiden um. „Du, Ich, hier und jetzt.“, presste Korr noch hervor. Copper lächelte: „Wenn ich gewinne folgt ihr dann unseren Bedingungen?“ „Du wirst nicht gewinnen, aber ja.“ „Welche Waffen?“ „Keine.“ „Pillz?“ Natürlich!“ Korr schien als würde er gleich explodieren. „Sentagon! Den Spezialmix, schnell!“ Zittrig reichte der schwarzhaarige, besoffene Junge von vorhin Korr eine Dose. Copper legte sein Gewehr und seine Jack beiseite und befahl seinen Leuten zurückzutreten, so tat es auch Korr, der die Dose bereits gelehrt hatte. Copper griff in seine Tasche und zog einige dieser Pillen heraus und schluckte sie. War das eine Art Leistungsverstärker? Han war noch verwirrter, doch es schien etwas Besonderes mit diesen Pillen auf sich zu haben. Dann schritten die beiden Giganten aufeinander zu. Gerade als Copper den ersten Angriff landen wollte, keuchte Korr und hielt sich schmerzhaft die Brust. Copper stutze. „Jetzt bist du dran.“, stöhnte und drohte Korr, dessen Rücken sich ungewöhnlich wölbte. Copper wich zurück. Dann stand Korr auf und entfaltete seine sechs Arme wie ein Gott, den vier waren ihm gerade aus dem Rücken gewachsen. Han fühlte sich als müsste er sich übergeben. Fliegende Autos und jetzt das? Diese Stadt war echt verrückt. Copper schluckte schwer, hatte sich aber schnell gefasst. Dann griff er an, in der Hoffnung Korr zu überraschen. 

Blitzschnell setzte er zu einem Roundhouse an, aber Korr blockte ohne Probleme und ließ seine Fäuste hageln. Es war als würde ein Drummer auf sein Drummkit mit 100 Schlägen pro Sekunde eindreschen und Han konnte nicht mehr erkennen als verschwommene Gliedmaßen die durch die Luft sausten. Trotz der enormen Geschwindigkeit und der Anzahl der Arme mit der Korr angriff, schien Copper in der Lage die Meisten zu blocken, auch wenn er nicht kontern konnte. Dieses Schlaggewitter stürmte noch eine Weile auf Copper ein und bedrängte ihn, die Attacken waren so gewaltig, das sie Staub aufwirbelten und die Luft vibrierte und Han kam es fast so vor als würde Korr einen Beat trommeln, auch wenn man das bei diesem Speed schwer sagen konnte. Dann holte Korr plötzlich mit allen Armen gleichzeitig aus und rammte sie in die Deckung von Copper. Die Erde erbebte und Copper flog von der Schockwelle getragen in die nächstbeste Wand wo er einen rauchenden Krater hinterließ. „Aua.“ Blut tropfte Coppers Lippe hinunter, doch er stand, schnaufte, schien aber noch gelassen. Beton bröselte von seinen Jeans. „Jetzt bin ich dran.“ Copper sprintete vor, Korr erwartete ihn, doch kurz bevor er ihn erreichte und von Korrs Fäusten empfangen wurde, sprang Copper hoch in die Luft, mindestens mehrere Meter, holte mit seiner Rechten aus und feuerte einen Hieb ab der Korrs von davor in nichts nachstand. Als der Staub und der Donner sich gelegt hatte, stand Korr in einer tiefen Kuhle, einem Riss in der Straße, allerdings schien er den Schaden den der Schlag verursacht haben musste besser zu kompensieren als Copper. Beide schnauften schwer und gerade als die beiden sich wieder aufeinander stürzen wollten, ertönte ein Geräusch aus dem Funkgerät eines Polizisten. „Operation Nighthawk war ein Erfolg, sämtliche Einheiten zu Base Delta, ich wiederhole sämtliche Einheiten zu Base Delta, gesuchtes Objekt wurde gesichtet.“ Copper hielt inne. „Ich fürchte Korr, wir müssen das ein anderes Mal zu Ende bringen.“ Und ohne ein weiteres Wort verließen die Polizisten mit schnellen Schritten den Platz und verschwanden so schnell wie sie gekommen waren. „Ich lass mich doch nicht verarschen!“, brüllte DJ Korr und griff sich einen etwas zu langsamen gewesenen Polizisten der schon fast um die in seinem Wagen verschwunden gewesen war und riss ihm die Maske vom Kopf. „Was ist wichtiger als die Wut des Korr, erzähl mir das mal!“ Han stutze. Unter der Maske war gar kein Mann. Sondern ein Frau. Sie war blond und … schön und starrte dieses Monster entschlossen an.

… Fortsetzung folgt…               

 

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Kommentare: 8
  • #1

    Bozz (Montag, 05 Dezember 2011 19:57)

    Sehr geil Kompliment ! :)

  • #2

    Alpha (Freitag, 09 Dezember 2011 14:51)

    gefällt mir *daumen hoch*

  • #3

    Duden (Mittwoch, 14 Dezember 2011 19:42)

    Spiel weniger UR und lern dafür Deutsch.

  • #4

    . (Freitag, 16 Dezember 2011 22:01)

    Ohne die ganzen Rechtschreibfehler wäre es sicherlich angenehm zu lesen.

  • #5

    Ich (Freitag, 23 Dezember 2011 22:00)

    Genießt einfach die Story ;)

  • #6

    -Slime- (Mittwoch, 22 Februar 2012 13:49)

    schönes ding...

  • #7

    WAO-King (Donnerstag, 23 Februar 2012 19:58)

    sehr geile geschichte

    @Haters also die paar rechtschreibfehler , wenn ihr nicht wollt dann schließt einfach den browser echt ey!

  • #8

    the xx (Donnerstag, 15 Mai 2014 21:46)

    Kaum zu glauben das diese Seite hier die am besten bewertete deutsche Community Seite ist.
    Das Layout verursacht Augenkrebs x.x